Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als
gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.
UNTERLEIBSSCHMERZ
Im Gegensatz zu den sog. parietalen oder somatischen Schmerz en, die im Bereich des Unterleibes von der Bauchwand ausgehen, gehört der Unterleibsschmerz zur Gruppe der sog. viszeralen Schmerz en. Darunter versteht man einen Schmerz, der von den Eingew eiden (Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Gebärmutter, Nieren usw.) ausgeht.
Ein akuter (= plötzlich einsetzende) Unterleibsschmerz bedarf der sofortigen fachärztlichen Abklärung und Behandlung (Chirurgie, Urologie, bei Frauen auch Gynäkologie).
Mögliche Ursachen für einen einseitig auftretenden Unterleibsschmerz sind:
· Blinddarmentzündung
· eingeklemmter Leist enbruch
· Abszess (= Eiteransammlung) im Lendenmuskel
· Eileiterschwangerschaft
· Nierensteine
· Nierenbeckenentzündung
· Entzündliche Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulitis)
Mögliche Ursachen für einen beidseitig auftretenden Unterleibsschmerz sind:
· Harnwegsinfektion wie z.B. Blasenentzündung, Harnleiterentzündung
· Beckenniere (eine Nierenfehlbildung)
· Ent zündung der Eierstöcke und Eileiter (Adnexitis)
· Verwachsungen von Eierstöcken nach Gebärmutterentfernung
· Krampfadern im Bereich der Beckenvenen (Pelvic Congestion)
· Entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
· Pelveoperitonitis (= auf das kleine B ecken beschränkte Bauchfellentzündung, v.a. infolge En tzündung der weiblichenBeckenorgane)
In diesem Zusammenhang ist auch die sog.
Pelvipathie
aufzuführen. Dieser Begriff steht für einen chronischen
(= länger als sechs Monate anhaltende)
Unterleibsschmerz bei Frauen. Weitere
gebräuchlichen Bezeichnungen sind Pelvipat
hia, chron
ic pel
vic pain (CPP) und
Hysteralgie.
Die häufigsten Ursachen für einen chronischen
Unterleibsschmerz im Rahmen einer Pelvipat
hie
sind:
1. Adhäsionen (= entzündlich bedingte, flächenhafte oder strangförmigebindegewebige Verwachsung aneinanderliegender Organabschnitte),
2. Myome (= gutartiges Muskelzellengeschwulst) und
3. Endometriose (= gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut).
Auch ein Tumor kann zu einem ein- oder beidseitigen Unterleibsschmerz führen.
Schließlich können sich hinter einem chronischen Unterleibsschmerz auch Veränderungen an der Lendenwirbelsäule, wie zum Beispiel Abnutzungserscheinungen verbergen. Bei diesem Unterleibsschmerz handelt es sich aber um einen parietalen bzw. somatischen Schmerz.
Insgesamt dürften für einen Unterleibsschmerz
(chronischer) hauptsächlich Verwachsungen bzw. Adhäsionen verantwortlich
sein. Vorangegangen ist eine Ba
uchoperation, meist aber mehrere. Es
liegen entzündlich bedingte, flächenhafte oder strangförmige, nach Verklebung
durch Fibrin entstandene, bindegewebige Verwachsung aneinanderliegender, Serosa-
(= Hüllschicht) überzogener
Organabschnitte vor.
Beim Unterleibsschmerz aufgrund von Verwachsungen (Adhäsionen) besteht die große
Gefahr, daß mit jedem weiteren operativen Eingriff die Verwachsungen weiter
zunehmen und so das Krankheitsbild verstärken und einer fortschreitenden
Chronifizierung Vorschub leisten.
Schmerztherapie beim Unterleibsschmerz (chronischer (= länger als drei Monate anhaltend))
Nicht selten verbleibt trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin ein Unterleibsschmerz, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Ein chronischer Unterleibsschmerz erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Beim Unterleibsschmerz (chronischer) sind dies:
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) beim Unterleibsschmerz (chronischer)
Die einfachste diesbezügliche Methode ist eine wiederholte Triggerpunktbehandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel. Dabei werden schmerzhafte Reizpunkte am Unte rbauch infiltriert.
Eine sehr hilfreiche und effektive
Therapiemethode ist bei Unterleibsschmerz (chronischer) die kontinuierliche
epidurale
(= rückenmarknahe)
Blockade mit Katheter.
Neben der erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung ist ein weiterer
nicht zu unterschätzender Vorteil, daß bei dieser Therapie, sozusagen als
Nebeneffekt, auch der Grenzstrang
(= paarige Nervenstränge des unwillkürlichen Nervensystems neben der Wir
belsäule)
mit einbezogen wird, so daß es gleichzeitig zu einer erheblichen
Durchblutungssteigerung kommt, die jeder entzündlichen Schmerzursache
(z.B. Adhäsionen) fast schon kausal
(= auf die Ursache gerichtet)
entgegenwirkt.
Auch bei Verwachsungen ist die sympathikolytische
(= gefässerweiternde und damit
durchblutungssteigernde) Nebenwirkung hilfreich, indem die
entstandenen, bradytrophen
(= mit vermindertem Stoffwechsel einhergehenden)
Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es dadurch zu einer
Optimierung der gestörten Mikrozirkulation kommt.
Wirkung und Ausmaß einer lumbalen
(= den Len
denbereich betreffenden)
epiduralen Blockade kann individuell mittels
Lokalanästhetikamenge
(= Betäubungsmittelmenge)
und -konzentration so gesteuert werden, daß die Schmerzreize aus dem gesamten Ba
uchrau
m bei weitgehend erhaltener Motorik
(= Muskelkraft)
blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den Vorteil, daß die
Patienten sich unter dieser Therapie weiter frei bewegen können.
Bei der sog. kontinuierlichen epiduralen Blockade
(= Betäubung)
mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vom Rüc
ken her dicht an das Rückenmark
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine spezielle Kanüle hindurch, es
muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter
mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche
Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur
Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch
eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Bei technischer Beherrschung, adäquater
Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das
Behandlungsrisiko auch beim Unterleibsschmerz (chronischer) als
vertretbar eingestuft werden.
Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Bei einem krebsbedingten Unterleibsschmerz kann diese Blockademethode auch angewendet werden, allerdings wird man auf das örtliche Betäubungsmittel verzichten, da in diesem Falle eine gefässerweiternde Wirkung unerwünscht ist, weil diese eine weitere Streuung der Krebszellen begünstigt. Mit einer Morphin-Lösung läßt sich ebenfalls eine gute, schmerzstillende Wirkung erzielen.
Wenn ein chronischer Unterleibsschmerz längerfristig besteht, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Laut Bundesregierung (http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundhe itssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st) haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen.
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